Du zweifelst an deiner Beziehung? So bekommst du Klarheit!

Ist er der Richtige? Oder gibt es da vielleicht jemanden, der besser zu mir passt? Werde ich mit ihm dauerhaft glücklich?

Diese Fragen hast du immer wieder im Kopf. Sie quälen dich. Sie machen dich unsicher. Die Zeit vergeht, doch du wirst nicht schlauer. Es gibt Momente, in denen du denkst, du weißt es. Und kurz darauf sind sie wieder da, die Zweifel an deiner Beziehung.

In diesem Artikel erfährst du, wie du Klarheit bekommst.

 

Mein Kopfkino

Immer wieder stelle ich mir diese Fragen. Ich kann meine Gedanken einfach nicht stoppen. Es ist schließlich etwas Entscheidendes. Ist dieser Mann der Richtige für mich? Will ich mit ihm zusammen bleiben?

So ging es mir mit meinem jetzigen Partner in den ersten 3 Jahren. Das kannte ich so vorher nicht. In meinen Beziehungen davor, gab es keine Zweifel.
Mit meinem ersten langjährigen Freund war ich über neun Jahre zusammen. Ich war fest der Überzeugung, dass wir ewig zusammen bleiben. Ok, wir waren noch relativ jung. Zu Beginn unserer Beziehung waren wir gerade mal 16 und sind noch zur Schule gegangen. Zum Ende unserer Beziehung haben wir dann aber doch schon einige Jahre zusammen gelebt, hatten gemeinsam ein Haus renoviert und einen relativ festen Alltag. (Die Trennung von mir kam sehr plötzlich. Heute weiß ich warum, dazu später mehr.)

Die folgende Beziehung hat ca. 3 Jahre gedauert. Und eigentlich wusste ich die ganze Zeit, dass er nicht „der Richtige“ ist. (Warum wir trotzdem so lange zusammen waren – so wirklich weiß ich es nicht.)

Zweifel an der Beziehung– warum diesmal?

Klar, was mit Anfang 20 noch ganz ungezwungen ist, ist 10 Jahre später ganz anders. Da steht eine Beziehung vor ganz anderen Herausforderungen.
Mir war immer klar, dass ich eine Familie mit eignen Kindern möchte. Und mit Anfang 30 kommt dann natürlich die Frage, ob der Mann an deiner Seite der Richtige dafür ist. Und das bedeutet noch mehr Stress für eine Entscheidung.
(Genau das Gleiche gilt, wenn viel an der Beziehung dran hängt – Kinder, Freunde, Geld, etc.)

Ich habe die Hürden genommen. Seit fünfeinhalb Jahren sind wir zusammen. Seit 18 Monaten Eltern. Und selbst heute würde ich nicht behaupten, dass er „mein Seelenpartner“ ist. Zweifel kommen immer noch manchmal. Und ich bin trotzdem glücklich!

Und jetzt verrate ich dir, wie du deine „Zweifel-Hürden“ überwinden kannst:

 

Umso intensiver die Beziehung, umso intensiver die Ängste

Umso intensiver deine Beziehung ist, umso mehr öffnest du dich. Und das macht Angst. Denn dann kommen Dinge zum Vorschein, die du selber nicht magst. Es kommen Verletzungen hoch, von denen du selber nicht mal wusstest, dass sie da sind.
Wenn jetzt Zweifel an der Beziehung auftauchen, ist es ein Schutzmechanismus. Genau das ist mir in meiner ersten Beziehung passiert. Und ich habe damals die Flucht gewählt.

Wie fliehen lieber, bevor wir uns mit uns selbst auseinandersetzen. Entweder, wir möchten eine vermeintlich hässliche Seite von uns nicht zeigen. Oder wir sind nicht bereit, alte Verletzungen anzuschauen.
Doch das ist der Grund, warum wir Beziehungen eingehen. Nur so können wir wachsen.

Das könntest du tun
Stell dir diese Fragen: Was an mir liebe ich nicht und möchte es deswegen nicht sichtbar machen? Welche Themen wären jetzt bei mir persönlich dran, wenn ich in der Beziehung bleibe?

 

Was fehlt dir in deiner Beziehung?

Unsere Beziehungen sind meist überladen mit Erwartungen und Wünsche an den Anderen. All diese Aufgaben kann eine einzelne Person meist gar nicht erfüllen. Zumindest nicht, wenn sie ihren eigenen Bedürfnissen genug Raum gibt.

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Meine Partner waren oft gleichzeitig Sportpartner, beste Freundin, Familienersatz, Gesprächspartner, Urlaubspartner, Weggehbegleitung, Hobbypartner, etc. Ganz schön viel für eine einzelne Person! Klar, sie dürfen davon alles sein. Doch es ist sehr gesund, auch andere Personen zu haben, die diese Rollen erfüllen. Und es muss auch ok sein, wenn der Partner manche Rollen gar nicht übernimmt.
Ein Partner sollte ein Partner sein. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn er „die ganze Welt“ ist, dann läuft etwas schief.

Das könntest du tun
Beantworte diese Fragen: Zweifelst du an deiner Beziehung, weil dein Partner die ein oder andere Rolle nicht erfüllt? Wenn ja, welche? Ist das eine Rolle, die zwingend zur Partnerschaft gehört? Wenn nein, wer könnte das in deinem Leben erfüllen?

 

Herrscht Klarheit zwischen euch?

Eine Beziehung ist nur im Reinen, wenn Klarheit herrscht. Dann gibt es nichts, was zwischen einem steht. Klarheit hängt meist mit Kommunikation zusammen. Auch wenn wir uns es nicht eingestehen wollen, spüren wir, wenn viel Ungesagtes in der Luft hängt. Oft machen wir erst reinen Tisch, wenn es schon zu spät ist. Dann gibt es nichts mehr zu verlieren und wir werden mutig.

Ich erlebe es in meinen Coachings immer wieder, dass es keine offenen Gespräche gibt. Der Wunsch dafür ist da, doch die Angst davor zu groß.
Doch wie soll dein Partner etwas anders machen, wenn er nichts weiß?

Das könntest du tun
Stell dir diese Frage: Wie offen bist du deinem Partner gegenüber? Weiß er wie es dir geht? Weiß er, was du dir in eurer Beziehung wünschst? Mein Lieblings-Tool dafür ist die 3-Minuten-Übung. Klicke hier für die genaue Beschreibung.

 

Hast du dich schon mal verpflichtet?

Wenn wir permanent diese zweifelnde Stimme im Ohr haben, können wir nie richtig ankommen. Wir lassen uns nicht fallen, weil wir ständig am analysieren und denken sind.
Deswegen empfehle ich dir, dieser Stimme für eine gewisse Zeit keine Chance zu geben.

Das könntest du tun
Comitte dich für einen festen Zeitraum für eure Beziehung. Das sollten mindestens 4 Wochen sein. Wenn Zweifel aufkommen, lass sie nicht zu. Du verpflichtest dich dazu, das Positive zu sehen. Du bist bereit in die Beziehung zu investieren und etwas dafür zu tun. Es ist einfach eine Entscheidung.

 

Gib das Traumschloss auf

Ich bin ein Kopfmensch. Ich wäge vieles ab und überlege hin und her. So war ich lange in dieser Gedankenspirale fest gehangen:
Gibt es einen Seelenpartner? Den Traumprinzen? Die Person die perfekt zu mir passt? Der Mann mit dem ich unendlich glücklich bin? Wenn ja und ich jetzt an der falschen Beziehung festhalte, verpasse ich ihn dann? Und was, wenn nein, ich ewig danach suche und nicht fündig werde?

Dieses nervige Gedankenkarussell war kaum zu stoppen. Damit hat es dann doch geklappt:

  • Es ist ok, wenn wir nicht bis an unser Lebensende zusammen bleiben. Ich kann es nicht ausschließen, aber es kann eben auch gut sein, dass nicht. Ich kann mich jeden Tag aufs neue Fragen: Will ich die Beziehung gerade noch? Morgen entscheide ich einfach neu.
  • Die Vorstellung von dem Traumprinzen macht Scheuklappen. Wir legen dadurch die Messlatte hoch und bilden in unserem Kopf ein Traumschloss, was mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Wir haben eine Idealvorstellung wie ER sein sollte. Der Partner der gerade da ist, kann dem gar nicht entsprechen. So suchen wir nur nach den Fehlern und den Punkten, die mit unserer Vorstellung nicht übereinstimmen.
  • „Unendlich glücklich“ kann mich ein Partner eh nicht machen, das liegt in meiner eigenen Verantwortung. Würden wir das in die Verantwortung des Anderen geben, wären wir von ihm emotional abhängig. Damit hätte die Beziehung eine Basis, die zum Scheitern verurteilt ist.
    Für mich ist viel Wahrheit an dem Satz „Nur wer sich selbst liebt, kann eine wirklich glückliche Beziehung haben“. Es gibt keine Bedürfnisse mehr, die ich selbst erfüllen müsste, es aber von meinem Partner erwarte. Jeder lässt den anderen so sein, wie er ist. So werden auf einmal viele Männer zum perfekten Partner.

Das könntest du tun
Überlege dir, welche Traumvorstellungen du hast. Sind die realistisch? Hat überhaupt je ein Mann die Möglichkeit, diese zu erfüllen? Wie sehr liebst du dich selbst?

 

 

LOVE IT, CHANGE IT or LEAVE IT

Das Wichtigste: Sei ehrlich zu dir selber! Tue das, was für dich richtig ist. Treffe deine Entscheidungen nicht deinem Umfeld zuliebe.

Love it – einige Möglichkeiten, wie das wahr werden kann, habe ich dir gerade beschrieben.

Change it – Verändern kannst du immer nur dich selber.

Leave it – Es gibt keinen Grund, eine Beziehung aufrecht zu erhalten, die endgültig vorbei ist. Selbst dann nicht, wenn es Kinder gibt. Und das sage ich als gebranntmarktes Scheidungskind – natürlich sollte mit eigenen Kindern erst Alles unternommen werden um herauszufinden, ob die Beziehung doch noch eine Chance hat.

 

Lege jetzt gleich fest, was du ausprobieren möchtest. Oft sind die Dinge mit dem größten Widerstand die wirkungsvollsten…

 

Alles Liebe
Natalie

 

 

 

4 Comments

  • Riccarda Larcher

    Reply Reply 15. Februar 2017

    Ich bin der festen Überzeugung, dass die verzweifelte Suche nach dem Seelenpartner mehr Unheil als Vorteil bringt. In meinen eigenen Coachings habe ich es schon zu oft erlebt, dass zu Beginn der andere der Seelenpartner war – fünf Jahre später war er es nicht mehr.
    Die Suche nach dem Seelenpartner hindert dich, dich in deine aktuelle Beziehung wirklich einzulassen, es könnte ja etwas besseres geben …. Nur: so wird auch die aktuelle Beziehung nix.
    Ob mein eigener Mann mein Seelenpartner ist, weiß ich nicht, und es interessiert mich auch nicht. Wir gehen Hand in Hand durch die Höhen des Lebens und immer wieder mal durch die Hölle. Indem ich annehme, was ist und davon überzeugt bin, dass das, was jetzt ist, das richtige ist, ist er wahrscheinlich auch mein Seelenpartner 🙂

    • Natalie Mühlen

      Reply Reply 15. Februar 2017

      Liebe Riccarda, vielen lieben Dank für deine Wort!

  • Heidi

    Reply Reply 17. Mai 2017

    Hallo Natalie,
    dieser Artikel passt sehr gut zu meiner momentanen Situation, denn ich bin tatsächlich öfter am zweifeln, und das ist echt anstrengend und macht mich fertig, dieses ewige Abwägen und grübeln. Ich sag mir immer, den perfekten Partner gibt es nicht und versuche mich auf die guten Seiten an meinem Freund zu konzentrieren, mich selbst zu achten und mein Glück nicht von anderen abhängig zu machen. Ich hoffe und denke, dass das der richtige Weg ist, aber der Artikel hat mir nochmal die Augen geöffnet und gezeigt, wie viel es mit uns selbst zusammenhängt.
    Ich mag den Artikel sehr, liest sich sehr gut und hat viel Wahrheitsgehalt.
    Vielen Dank dafür und deine bereichernde Webseite.
    Liebe Grüße,
    Heidi

    • Natalie Mühlen

      Reply Reply 17. Mai 2017

      Liebe Heidi,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar.

      Alles Liebe für dich
      Natalie

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